Banner

Samstag, 11. September 2010

Unbekleideter Jogger bringt Bahnverkehr zum Erliegen

Sein Plan ist offensichtlich nicht aufgegangen: Um "Stress abzubauen" hatte sich ein 42-jähriger Mann in Solingen splitterfasernackt auf eine Joggingrunde begeben. Als ihn eine Spaziergängerin dabei erwischte, flüchtete er auf die Bahnschienen - und legte damit den Bahnverkehr lahm.
Angeblich zur Stressbewältung ist ein 42 Jahre alter Mann am Donnerstagabend völlig unbekleidet in Solingen unterwegs gewesen. Wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte, fiel der nackte Spaziergänger einer Frau auf, die ihren Hund ausführte. Offenbar von der Zeugin überrascht, sprang der Mann über eine Schutzplanke auf die nahen Bahngleise und flüchtete. In der Nähe fand die Frau Bekleidung sowie persönliche Gegenstände des Mannes und verständigte die Polizei.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Bahnstrecke zwischen Solingen Hauptbahnhof und Solingen-Grünewald für 90 Minuten gesperrt, die Landes- und Bundespolizei starteten eine Suchaktion. Schließlich meldete sich der Mann bei der Polizei. Er gab an, dass er seit einiger Zeit nackt laufe, da ihm dies bei der Stressbewältigung helfe. Als er die Zeugin gesehen habe, sei er in Panik geraten und über die Gleise nach Hause geflüchtet. Dort habe er mit seiner Frau gesprochen, der bereits das große Polizeiaufgebot aufgefallen sei. Gemeinsam mit ihr habe er sich an die Polizei gewandt.
Gegen den Mann wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Durch den Vorfall erhielten sieben Züge Verspätungen.

„Spiegel”: Höhere Pension für Sarrazin

Thilo Sarrazin lässt sich seinen Rückzug aus der Spitze der Bundesbank nach einem „Spiegel”-Bericht gut bezahlen. Nach Informationen der Nachrichtenmagazins hat er in Verhandlungen mit dem Bundespräsidialamt eine um 1000 Euro monatlich höhere Pension durchgesetzt. Dem Bericht zufolge schaltete sich das Präsidialamt aktiv als Vermittler in den Konflikt zwischen Sarrazin und der Bundesbank ein, die bei Bundespräsident Christian Wulff seine Entlassung beantragt hatte. Dadurch sei doch noch eine gütliche Einigung zustande gekommen. „Er kassiert nun 1000 Euro mehr im Monat”, zitiert das Magazin einen mit den Verhandlungen vertrauten Bundesbanker. Die Notenbank habe Sarrazin zunächst angeboten, für seine 17 Monate im Amt eine Pension ohne Abzug zu zahlen, wenn er sich freiwillig zurückziehe. Nun bekomme er eine Pension, wie sie ihm am Ende der regulären Laufzeit seines Vertrags im Jahr 2014 zugestanden hätte.

Tilo bekommt mehr Geld und Wulf wird nicht zum Volksverräter! Wenn ich Tilo wäre, dann hätte ich Christian schon Farbe bekennen lassen! Kommst wirklich auf die 1000€ an? Tilo, da hätte ich mehr Standfestigkeit von Dir erwartet!

Freitag, 10. September 2010

24 Priestern wird Kindesmissbrauch vorgeworfen

... unsere amen Kinder!!!
Seit sechs Jahrzehnten sollen Kinder und Jugendliche von Priestern sexuell missbraucht worden sein. Viel mehr als bisher angenommen.
24 Priester sollen sich im Bistum Aachen in den letzten 65 Jahren an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Bis zu der Aufklärungsoffensive der Kirche waren nur acht strafrechtlich relevante Fälle bekannt, wie das Bistum mitteilte.
Von den 24 Priestern leben noch acht. Diese vorläufige Bilanz teilte Bischof Heinrich Mussinghoff den Pfarren seines Bistums in einem Brief mit. Darin bittet er die Opfer und die Familien um Entschuldigung, "für das Leid und den Schaden“, die durch den sexuellen Missbrauch entstanden seien.

Meisner: Barmherzigkeit muss für alle gelten

Der Missbrauchsskandal habe dem Ansehen der Kirche geschadet, sagte der Kölner Kardinal Joachim Meisner am Rande eines Medienempfangs in Köln. Das Erzbistum Köln habe alle ihm vorliegenden Verdachtsfälle aufgearbeitet. "Gott sei Dank haben wir aktuell nichts mehr“, sagte Meisner.
Im Erzbistum Köln gebe es vier Fälle, in denen die Opfer noch lebten, mit praktisch allen habe er persönlich und ausführlich gesprochen. "Und es gibt noch einen Täter, einen Priester, der alles zugegeben hat und bei dem ich nicht weiß, was ich mit ihm anfangen soll“, sagte Meisner. Ihn in einer Gemeinde arbeiten zu lassen, sei undenkbar, aber: "Ich kann ihn doch nicht in den Rhein werfen.“ Barmherzigkeit müsse für alle gelten, auch wenn das manchmal schwerfalle.
 
Die katholischen Bischöfe stellen heute ihre überarbeiteten Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche vor. Seit Mitte Januar erschüttert der Missbrauchsskandal die katholische Kirche in Deutschland. WELT ONLINE nennt wichtige Stationen der Entwicklung aus den vergangenen Monaten:
Im Bistum Aachen wurden zwischen 1945 und 2010 sieben beschuldigte Priester strafrechtlich verurteilt. In einem besonders schweren Fall sei ein Priester, der in den 90er-Jahren mehrere Jungen im Bereich Krefeld missbraucht habe, zu vier Jahren Haft verurteilt worden, sagte Bistumssprecher Franz Kretschmann.
Ein strafrechtliches Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Dabei handelt es sich um einen in Südafrika lebenden deutschen Priester, der Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft Krefeld erstattet hatte. Der Mann ist auch in Südafrika wegen Missbrauchs angeklagt, den er aber bestreitet. 15 angezeigte Missbrauchsbeschuldigungen waren verjährt. Die Beschuldigungen gegen drei der 24 Priester beträfen Taten in den 90er-Jahren bis 2010.
Bischof Mussinghoff habe diese Priester ihrer Ämter enthoben und suspendiert. In einem besonders schweren Fall habe das kirchenrechtliche Verfahren zur Entlassung aus dem Klerikerstand geführt. Er empfinde Mitleid mit den Opfern, stellte Mussinghoff fest.

Den Opfern Gehör verschaffen

So weit es in seinen Möglichkeiten stehe, werde er dazu beitragen, verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. „Dazu gehört, den Opfern Gehör zu verschaffen und ihnen Hilfen zur Verarbeitung des Erlebten und Erlittenen anzubieten“, schrieb der Bischof in dem Brief, der am Wochenende in allen Gottesdiensten verlesen wird.
Mit dieser Bilanz stellt das Bistum seine Arbeit aber nicht ein. „Wir müssen sehen, was auf uns zukommt“, sagte Kretschmann. Möglicherweise meldeten sich ja nach der Veröffentlichung weitere Opfer.
Auch der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke hält den Missbrauchsskandal für „längst nicht erledigt“. „Die unschuldigen Opfer haben das Recht, dass sie zu Wort kommen. Unterstützen wir sie dabei“, schreibt Jaschke in einem Beitrag für das „Hamburger Abendblatt“. Die neuen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz gegen sexuellen Missbrauch ermöglichten jetzt ein „klares, wirksames Handeln“.
Der Weihbischof räumte ein, dass die Kirche in der Vergangenheit vor allem auf ihren Ruf geachtet habe. „Die Opfer wurden mundtot gemacht und so doppelt geschändet“, sagte er. Die evangelische Hamburger Bischöfin Maria Jepsen habe mit ihrem Rücktritt jedoch „ein starkes Zeichen gesetzt, für eine Kirche, die glaubwürdig sein muss, die die Opfer nicht beschämt“.
Jepsen trat im Juli wegen des Vorwurfs zurück, nach einem Missbrauchsskandal in einer Kirchengemeinde nicht die nötigen Konsequenzen gezogen zu haben. Der Zölibat ist dabei nach Jaschkes Worten „nicht die Ursache der Schandtaten“. Zwar könnten sexuell gestörte Personen auch in ihn flüchten. Aber ein glaubwürdig gelebter Zölibat könne andere Kräfte freisetzen.

Junge nackt in Keller eingesperrt

Nackt in einem Kellerraum eingesperrt haben Polizei und Jugendamt einen Siebenjährigen in seinem Elternhaus in Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen gefunden. Seine Mutter und der Stiefvater seien mit den beiden jüngeren Geschwistern am vergangenen Wochenende zu einer Einkaufstour aufgebrochen und hätten den Jungen eingesperrt zurückgelassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Duisburg am Freitag. Nachbarn alarmierten die Polizei, die das Haus von einem Schlüsseldienst öffnen ließ. Gegen die Mutter und den Stiefvater wird wegen Misshandlung Schutzbefohlener ermittelt.

Die einen Kinder werden weggefangen, die anderen von den eigenen Eltern misshandelt! Was für eine Zeit!? 

Donnerstag, 9. September 2010

Jeder zehnte Zuwanderer will sich nicht integrieren

... und das wars doch was der Tilo meinte! Sicherlich einige Thesen sind schlicht falsch, aber die Kernpunkte, darin stimmt der Großteil von Deutschland doch mit ihm überein. Da ist doch einfach mal einer der sagt, was Deutschland denkt!

Innenminister de Maizière legt neuen Bericht vor - Mehr als eine Million Menschen sprechen kaum Deutsch
Von Martin Lutz
Berlin - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat eine zwiespältige Bilanz der Integrationspolitik gezogen. Zehn bis 15 Prozent der Zuwanderer wollen sich nach seinen Angaben nicht integrieren. Sie würden die Teilnahme an Integrationskursen verweigern, sich abschotten oder den deutschen Staat ablehnen. "Das ist im internationalen Vergleich durchaus eine Zahl, die nicht so schlecht ist", sagte de Maizière nach der Billigung eines Integrationsprogramms durch das Bundeskabinett. Trotzdem zog der CDU-Politiker "keine Erfolgsbilanz." De Maizière räumte Versäumnisse der Politik ein, die das Problem "teilweise auf die leichte Schulter genommen" habe.

Das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg erarbeitete Integrationsprogramm soll die Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen zusammenfassen. Auf den 200 Seiten werden die Integrationsangebote aufgelistet und Vorschläge für deren Weiterentwicklung gemacht. Schwerpunkte sind die Förderung der Deutschkenntnisse, die Stärkung der Bildungschancen sowie der gesellschaftlichen Teilhabe von Migranten. BAMF-Präsident Albert Schmid forderte, mehr Menschen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf anzuwerben.
De Maizière plädierte für möglichst frühe Sprachtests, lehnte jedoch eine Kindergartenpflicht ab: "Kindergartenpflicht hieße nichts anderes als eine vorgelagerte Schulpflicht." Das würde hohe Kosten nach sich ziehen und wäre ein tiefer Eingriff in die Erziehungsaufgaben der Eltern. Stattdessen schlug der Innenminister vor, eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis von der Teilnahme an einem Integrationskurs abhängig zu machen. De Maizière forderte, Sanktionsmöglichkeiten gegen diejenigen stärker anzuwenden, die ihrer Pflicht zum Besuch von Sprachkursen nicht nachkommen: "Ich vermute, dass der Vollzug weniger ausgeprägt ist als die gesetzliche Möglichkeit für Sanktionen." Verweigert ein Ausländer Integrationskurse, kann der Hartz-IV-Bezug gekürzt oder die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis abgelehnt werden. Für de Maizière ist es "unbefriedigend", dass 30 Prozent der Zuwanderer den Deutschkurs nicht absolvieren oder vorzeitig abbrechen.
Insgesamt reichen laut dem Minister bei 1,1 Millionen Ausländern die Deutschkenntnisse nicht aus. Die seit 2005 angebotenen Integrationskurse wertete er trotzdem als Erfolg. Denn 600 000 Menschen hätten sie besucht und neben 600 Deutschstunden auch Unterricht zur Geschichte sowie zum Gesellschafts- und Rechtssystem erhalten. Bildung gilt als Schlüssel für eine bessere Integration. Doch 15 Prozent der Migranten verlassen die allgemeinbildenden Schulen ohne Abschluss gegenüber 6,2 Prozent der Deutschen.
Das vorgelegte Programm bezeichnete de Maizière als "Beitrag zur Sachlichkeit" in der Integrationsdebatte. Mit Blick auf die muslimkritischen Thesen des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin mahnte er, das Thema Integration "sachlich, wahrhaftig und fair" zu diskutieren. Es sei nicht die Aufgabe politischer Führung, alarmistisch zu sein und Probleme verbal zu verschärfen. Es gehe darum, "Wunden zu heilen und nicht noch Eiter hineinzuträufeln". Integrationsprobleme von Migranten haben dem Minister zufolge nicht in erster Linie mit Religion oder gar dem muslimischen Glauben zu tun: "Es gibt kei-nen Eins-zu-eins-Zusammenhang zwischen Integrationsverweigerung und Religionszugehörigkeit." Schmid warf Sarrazin Stimmungsmache vor. Ihn ärgere, dass der Banker Probleme benenne und damit Angst erzeuge, ohne Lösungen zu beschreiben. Schmid hält die Integrationsprobleme im Unterschied zu Sarrazin in "fünf bis sechs Jahren" für lösbar.
Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind 500 000 Einwanderer pro Jahr nötig, um die Wirtschaftskraft zu sichern. DIW-Präsident Klaus Zimmermann forderte im "Hamburger Abendblatt" eine deutlich offensivere Einwanderungspolitik.

Terry Jones - Der Pastor, der den Koran verbrennen will


Irgendwie krank und dennoch hat er eigentlich Recht.Ich selbst würde mich als "fundamentalistischen" Chrisiten bezeichnen. Nicht weil ich den Koran verbrenne oder die Verbrennung rechtfertigen will, sondern weil die Bibel das Fundament meines Lebens darstellt. Für mich ist eigentlich ein nichtfundamentalistischer Christ kein Christ, weil dieser kein Fundament hat, was ja eigentlich die Bibel - Jesus Christus sein soll. Das ist wie ein Auto ohne Motor, das fährt nicht von selbst und hat deshalb den Namen Auto nicht verdient.

Grundsätzlich bin ich mit dem Pastor einer Meinung, dass der Koran nicht ins ewige Leben führt und deshalb nicht ins Licht. Die Bibel mahlt da keine Grautöne. Jesus sagt, wer nicht für mich ist, der ist gegen mich. Da muss ich Farbe bekennen und mich entscheiden.

Was allerdings die Verbrennung des Koran angeht, so gibt uns die Bibel keinen Hinweis darauf, dass wir solches tun sollen.

Wenn Mr. Jones meint es tun zu müssen und er es seinem Gott schuldig ist, so soll dieser es doch einfach in einem seiner Gottesdienste tun und die Medien außen vor lassen und nicht die Öffentlichkeit suchen. Hierbei geht es doch um Aufmerksamkeit erhaschen und sich selbst in den Vordergrund stellen. Wo ist denn hier das Motiv seinen Erlöser in den Mittelpunkt der Tat zu stellen?

Betrachtet man den Vorfall aus einer anderen Perspektive, so muss man zugeben, dass Muslime in vielen Staaten immer wieder die Flagge der USA angezündet haben. Aber da sind wir als "Gutmenschen" ja wieder so gut, dass wir das alles übersehen wollen und haben. Kommt dann das Hochwasser nach Pakistan, dann schreit man nach dem Geld der Ungläubigen! Und wir sind so GUTMENSCHEN, dass wir wieder zahlen.

Wenn Muslime meine Bibel anzünden würden, dann würde ich darüber lachen und Gott lacht mit, denn der sagt selbst, dass er über den Spötter lacht.

Tausend Polizisten suchen nach dem seit sechs Tagen vermissten Mirco

Die Chance schwindet von Tag zu Tag

Tausend Polizisten suchen nach dem seit sechs Tagen vermissten Mirco. Der Grefrather Fall wirft ein Schlaglicht auf verschwundene Kinder in Deutschland. Jeden Tag werden rund 250 Kinder als vermisst gemeldet.

Mit Plakaten sucht die Polizei in Grefrath nach Zeugen im Fall Mirco
08. September 2010 
Mit Plakaten sucht die Polizei in Grefrath nach Zeugen im Fall MircoVor sechs Tagen verschwand Mirco im niederrheinischen Grefrath. Der zehn Jahre alte Junge hatte am Freitag mit einem Freund auf einer Skater-Anlage im Stadtteil Oedt gespielt. Am Abend brachte er seinen Freund noch nach Hause. Als seine besorgte Mutter ihn gegen 21 Uhr anrief, machte auch Mirco sich auf dem Heimweg. Zuletzt wollen Zeugen ihn mit seinem Fahrrad an einer Bushaltestelle gesehen haben. Seither ist er weg. Fährtenhunde der Polizei nahmen zwar die Spur des Kindes auf. Doch sie verlor sich bei Wachtendonk-Vorst, fünf Kilometer nördlich von Grefrath.
Der Fall wirft wieder einmal ein Schlaglicht auf Kinder, die in Deutschland spurlos verschwinden. Jeden Tag werden laut Bundeskriminalamt rund 250 Kinder als vermisst gemeldet. Das sind fast 100 000 in jedem Jahr. In den allermeisten Fällen reißen sie nach einem Streit wegen schulischer oder anderer Probleme von zu Hause aus. Nach wenigen Tagen kehren sie von selbst zurück oder werden von der Polizei zurückgebracht. In den anderen Fällen tickt die Uhr: Das Kind könnte einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Denn anders als bei verschwundenen Erwachsenen nimmt man bei Kindern an, dass sie in Gefahr sind. Das galt zum Stichtag 1. Juli für 510 Kinder unter 14 Jahren, die dauerhaft vermisst waren.

Das Fahrrad lag 500 Meter vom Elternhaus entfernt

Koordiniert wird die akute Suche von der Polizei. Sie nimmt nicht nur die Vermisstenanzeige und die Hinweise der Bürger auf, sondern sucht selbst, oft mit immensem Aufwand. Am Mittwoch suchten wieder rund 1000 Einsatzkräfte mit mehreren Such- und Spürhunde aus ganz Nordrhein-Westfalen in einem zehn Quadratkilometer großen Gebiet westlich von Grefrath nach dem Jungen. Es handelt sich um den vielleicht größten Sucheinsatz in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Die Polizei hofft, den Jungen noch lebend zu finden. Doch die Chance schwindet von Tag zu Tag.
Immerhin fand die Polizei das Fahrrad des Jungen nur 500 Meter von seinem Elternhaus entfernt an einer Stelle, an der zwei Zeugen ein verdächtiges dunkles Auto gesehen haben wollen. Die Polizei hat Suchplakate aufgehängt und Handzettel ausgeteilt. Die Ermittler erhoffen sich vor allem auch Angaben zu dem dunklen Fahrzeug. Falls Mirco ein Handy dabei hatte, wird sich die Polizei an die Betreiber des Mobilfunknetzes wenden, um das Handy zu orten – sofern es eingeschaltet ist. In solchen Fällen weiß die Polizei dann aber auch nur, wo das Mobiltelefon ist, nicht aber die vermisste Person.

Ein wichtiger Akteur bei der Suche nach vermissten Kindern ist die Elterninitiative „Vermisste Kinder“. Seit 1997 unterstützt sie betroffene Eltern und Familien. Im Internet werden die Suchmeldungen der Initiative rund zwei Millionen Mal im Jahr angeklickt. Wer helfen möchte, kann sich mit der Nummer seines Mobiltelefons für das Notrufsystem „Amber-Alarm“ anmelden, das nach der 1996 in den Vereinigten Staaten entführten neun Jahre alten Amber Hagerman benannt wurde. Die Teilnehmer erhalten für zwei frei wählbare Postleitzahlen (beispielsweise des Wohnortes und des Arbeitsplatzes) die Suchmeldung für dieses Postleitzahlengebiet per Kurzmitteilung (SMS) auf ihr Mobiltelefon. Geeignete Mobiltelefone erhalten eine MMS, zu der auch ein Bild des vermissten Kindes gehört. Lars Bruhns, Geschäftsführer der „Elterninitiative Vermisste Kinder“, die das Notrufsystem betreibt, zählt die Vorteile des Amber-Alarms auf: „Er ist kostengünstig und flexibel. Wir suchen nicht einfach wahllos bundesweit, sondern gezielt in bestimmten Postleitzahlengebieten. Und wir wenden uns an geeignete Multiplikatoren, zum Beispiel an Taxifahrer. Das ist besonders auf dem Land und in Kleinstädten wichtig.“ Der Alarm sei schnell: Wenn ein Kind in Gefahr schwebt, kommt es auf jeden Tag, jede Stunde an.
In größeren Städten erscheinen Suchmeldungen auch auf den Anzeigetafeln der U- und S-Bahn-Stationen. Und es wird auf Plakaten in den Innenstädten gesucht. Dabei kann die Initiative kostenlos auf die Anzeigetafeln und auf die bis zu neun Quadratmeter großen Plakatflächen eines großen Unternehmens für Außenwerbung zurückgreifen. Auf die Initiative, die sich durch den Einsatz ehrenamtlicher Helfer und durch Sponsorengelder finanziert, kommen nur die Kosten für den Druck und das Anbringen der Plakate zu. Klassische Suchkanäle kommen hinzu: regionale Zeitungen und Radiosender.

Gebetsgottesdienst für Mirco

Manchmal besteht wegen eines Sorgerechtsstreits der Verdacht, dass das Kind ins Ausland entführt wurde. In diesem Fall wird auch über Videoportale im Internet gesucht, die vom Anbieter in dem betreffenden Land betrieben werden, wie zum Beispiel von www.dailymotion.com. Wenn Kinder lange verschwunden bleiben, wird die Suche noch schwieriger. Mit Kinderfotos nach einem Jugendlichen zu suchen hat wenig Aussicht auf Erfolg. Hilfe kommt in solchen Fällen von einem Computerprogramm zur Bildbearbeitung – und von Adolf Gallwitz, Professor an der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen, einem Fachmann für „Age Progressing“, bei der das mutmaßliche Aussehen des älter gewordenen Kindes ermittelt wird. Dazu benötigt Gallwitz – neben einem Bild des verschwundenen Kindes – je ein Bild von Vater und Mutter in dem Alter, in dem das Kind verschwunden ist, sowie ein je ein aktuelles Bild beider Elternteile. Mit Hilfe des Bildbearbeitungsprogramms erstellt Gallwitz ein aktuelles Bild des Kindes. In den Vereinigten Staaten konnte man einen Jungen, der als Säugling verschwunden war, als Vierzehnjährigen anhand eines Bildes erkennen, das mit Hilfe von Age Progressing ermittelt worden war: „Es sah aus wie ein aktuelles Foto des Jungen.“
Im Fall Mirco muss es hoffentlich nicht so weit kommen. Viele Helfer opfern ihre Freizeit, um bei der Suche in dem zum Teil unwegsamen Gelände zu helfen, das durch den Regen der vergangenen Tage oft verschlammt ist. Vielleicht hilft auch Beten. Mircos Familie wird von der Christengemeinde Krefeld betreut, der sie angehört. In der katholischen Gemeinde St. Laurentius wiederum wird – auch unter Beteiligung der evangelischen Gemeinde – an diesem Donnerstagabend ein Gebetsgottesdienst stattfinden. Darauf haben sich die Freikirche und die beiden Gemeindekirchen geeinigt.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa