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Dienstag, 12. Oktober 2010

Stephanie zu Guttenberg – Frau frei von Fakten?

Stephanie zu Guttenberg – Frau frei von Fakten?

Redaktion

Die Frau des Bundesverteidigungsministers beklagt das angeblich große Geschäft mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern durch die kinderpornografische Industrie. Diese setzt nach ihren Angaben jährlich viele Milliarden Euro um. Mit der Realität haben solche Aussagen allerdings nichts gemein.

In den Tagen brach Stephanie zu Guttenberg nach eigenen Angaben öffentlich ein Tabu – sie unterrichtet die Menschen über den angeblich gigantischen Markt für Kinderpornografie. Sie will Verbrechen gegen Kinder im Internet bekämpfen, kennt allerdings offenbar die Fakten nicht. Denn in der Realität gibt es keine boomende und expandierende Kinderpornoindustrie – im Gegenteil. Die von der Brüsseler EU-Kommission geförderte Vereinigung The European Financial Coalition against Commercial Sexual Exploitation of Children Online teilt zum Thema Kinderpornografie im Internet mit: »Es gab einen signifikanten Rückgang aktiver kommerzieller Seiten. Die Betreiber kommerzieller Seiten verteilen Bilder, produzieren sie jedoch nicht. Die Bilder sind in der Regel historisch und werden wieder und wieder in Umlauf gebracht (…) Kommerzielle Seiten erzielen generell keinen hohen Gewinn; verglichen mit anderen Bereichen der Onlinekriminalität sind die Gewinne recht niedrig.«

Der angebliche Jahresumsatz der Kinderporno-Industrie in Höhe von 24 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro) existiert nach allen vorliegenden Studie so wohl nur in der Vorstellungswelt der Minister-Gattin. In europäischen Sicherheitskreisen oder bei Kinderschutzorganisationen würde man nie behaupten, dass es eine boomende und expandierende Kinderporno-Industrie gibt. Denn in den vergangenen Jahren wurde nirgendwo auch nur ein Filmstudio enttarnt, in dem jemals auch nur ein kommerzieller Kinderporno-Film gedreht wurde. Tatsache ist demgegenüber, dass Privatleute in Familien den Missbrauch von Kindern filmen oder fotografieren und solche Aufnahmen mithilfe des Internets auch tauschen. 80 bis 90 Prozent aller Fälle von Kindesmissbrauch finden im sozialen Umfeld des Kindes statt: durch Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde der Familie. Wer Kindesmissbrauch und Kinderpornografie ernst nimmt, der müsste hier ansetzen, obwohl auch die Zahl solcher Fälle dank einer erhöhten Wachsamkeit der Bürger und Behörden stark rückläufig ist. Denn seit Jahrzehnten sind Kinderpornografie und Kindesmissbrauch weltweit geächtet. Und Kindesmissbrauch ist schon lange kein gesellschaftliches Tabu-Thema mehr. Das haben jüngst erst auch zahlreiche Kirchenvertreter in Deutschland zu spüren bekommen, deren Missbrauchsfälle häufig Jahrzehnte zurückliegen.

Was also bezwecken die in vielen Talkshows wiedergegebenen Aussagen der Stefanie zu Guttenberg? Die Antwort lautet wahrscheinlich: Prominente wie die Guttenbergs wollen sich als Kinderschützer profilieren. Das ist legitim. Doch Stefanie zu Guttenberg ist nun auch noch als Moderatorin und Unterstützerin einer neuen RTL-II-Serie angetreten (Tatort Internet), die Kinderschänder und Minderjährige vorsätzlich über das Internet zusammenführt und dann filmt. Felizitas Küble, Leiterin eines christlichen Jugendverlags in Münster, schreibt über die neuen Aktivitäten der Frau von Guttenberg: »Stephanie zu Guttenberg wäre anzuraten, sich in Zukunft auf Kochbücher, Modefragen oder ähnlich geartete Themenfelder zu konzentrieren, die ihrem geistigen Horizont vermutlich näherstehen.« Wie viele andere Fachleute kritisiert sie die Selbstvermarktung der Prominenten.

Die Kritik an Stefanie zu Guttenberg ist wohl nicht ganz unberechtigt. Denn ihrem öffentlichen Einsatz für Kinderrechte steht eine Realität gegenüber, die offenbar weder sie noch die Politiker ihres Umfeldes zur Kenntnis nehmen: Kaum zwei Kilometer vom Deutschen Bundestag entfernt ist in Berlin in der Kurfürstenstraße der »Babystrich«. Jungen und Mädchen, die zum Teil noch nicht einmal 14 Jahre alt sind, werden dort von abartigen Freiern für Kindersex gekauft. Das alles passiert nicht etwa im Verborgenen – es geschieht mitten am Tag und mitten in der Öffentlichkeit. Nicht einer jener Politiker und Vorkämpfer gegen Kinderpornografie, die in Talkshows ihr eigenes Saubermann-Image pflegen, hat sich jemals dafür eingesetzt, den schlimmsten Schandfleck der deutschen Hauptstadt dauerhaft zu beseitigen. Im Gegensatz zur angeblichen gigantischen Kinderporno-Industrie im Internet sind diese missbrauchten Kinder traurige Realität. Immer wieder berichten Journalisten über den Babystrich in der Bundeshauptstadt – geändert hat sich nichts.

Bei Frau von Guttenberg kommt diese Realität der abartigen deutschen Kindersex-Szene bislang schlicht nicht vor. Sie führte lieber neben dem ehemaligen Hamburger Innensenator und Polizeipräsidenten Udo Nagel durch die RTL-II-Sendung (Tatort Internet), um Kinderschänder und Minderjährige vorsätzlich über das Internet zusammenführen und filmen zu lassen. Vielleicht hätte sie sich über diesen Ex-Polizeipräsidenten Nagel zuvor ein wenig informieren sollen. Denn der Super-Polizist, der nun bei RTL Kindersex im Internet enttarnen soll, verdient unser aller Mitleid. Der Mann fällt nämlich auf die ältesten Ganoventricks herein und ist eher ein abschreckendes Beispiel für Naivität denn ein Vorbild. Nagel wurde auf der Straße von einem Fremden angesprochen, der behauptete, er komme gerade von einer Haushaltswaren-Messe und habe im Kofferraum seines Fahrzeuges wertvolle Haushaltsgegenstände, die er leider nicht alle im Flugzeug mitnehmen könne. »Glückspilz« Nagel erhielt das Angebot, die Waren zum »Vorzugspreis« auf der Straße zu erwerben. Der Verbrechensbekämpfer kaufte Kochtöpfe und Bestecke für 48 Personen im Gesamtwert von angeblich mehr als 2.000 Euro für wenige hundert Euro. Natürlich schwarz und ohne Rechnung. Und natürlich war es ein alter Ganoventrick: Der Vorzeige-Cop erhielt billigsten China-Ramsch zum extrem teuren Preis. Die Staatsanwaltschaft, bei der er Anzeige erstattete, rieb sich verwundert die Augen. Vielleicht kann Frau zu Guttenberg bei ihrem Co-Moderator nun einige wirklich »günstige« Haushaltswaren erstehen. Denn Ex-Polizeipräsident Udo Nagel hat die Beweisstücke inzwischen aus der Asservatenkammer zurückbekommen. Frau zu Guttenberg hat zwischenzeitlich wohl eingesehen, dass ihre jüngsten Auftritte für den Kampf gegen Kinderpornografie eher wenig hilfreich waren. Sie steht der neuen Fernsehserie „Tatort Internet“ ab sofort nicht mehr als Moderatorin zur Verfügung.

Studie: Türken bei deutscher Jugend unbeliebt

StudieTürken bei deutscher Jugend unbeliebt

Dienstag 12.10.2010, 14:23
Laut einer Studie sind Türken bei deutschen Jugendliche nicht gerade beliebt. 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie türkische Nachbarn ablehnend gegenüber stehen.
Türken sind einer Umfrage zufolge bei deutschen Jugendlichen sehr unbeliebt. „Die Türken wünschen sich mehr Kontakt zu den Deutschen, aber die Deutschen zeigen ihnen die kalte Schulter“, sagte Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, der „Süddeutschen Zeitung“ vom Dienstag.

In einer Umfrage seines Instituts sagten nur 9,2 Prozent der teilnehmenden deutschen Jugendlichen, sie fänden türkische Nachbarn „sehr angenehm“; dagegen äußerten sich 38 Prozent ablehnend. Damit rangierten Türken hinter Schweden, Italienern, Schwarzafrikanern, Juden und Osteuropäern auf dem letzten Rang, meldete die Zeitung. Unter den befragten türkischen Jugendlichen sagten dagegen 40,9 Prozent, sie fänden deutsche Nachbarn „sehr angenehm“, und weitere 16,3 Prozent fänden sie „angenehm“. Neun Prozent lehnten deutsche Nachbarn ab.

Das Institut hat allerdings auch Hinweise auf „Deutschenfeindlichkeit“ bei türkischen Jugendlichen. Unter vom Institut befragten nichtdeutschen Jugendlichen in Westdeutschland sagte fast ein Viertel (23,7 Prozent), sie hätten schon einmal einen Deutschen beschimpft; 4,7 Prozent sagten, sie hätten schon einmal absichtlich einen Deutschen geschlagen und 2,1 Prozent räumten ein, ein von Deutschen bewohntes Haus beschädigt zu haben.

Dabei sieht das Institut aber einen Zusammenhang zu eigener Erfahrung von Fremdenfeindlichkeit: 41,4 Prozent der Jugendlichen, die selbst schon mindestens einen Übergriff erlebt hatten, räumten ein „deutschfeindliches Delikt“ ein; von denen ohne „Opfererfahrung“ waren es 14,2 Prozent.
 
Unter den verschiedenen Migrantengruppen gäben die türkischen und die ehemals jugoslawischen Migranten am häufigsten deutschfeindliche Übergriffe zu. „Sie beschimpfen und schlagen einheimische Deutsche überdurchschnittlich häufig, ebenso wie sie auch deren Häuser häufiger beschädigen“, heißt es in der im Internet veröffentlichten Studie.

Montag, 11. Oktober 2010

Schluss mit der Islamisierung - Verteidigt unsere Freiheit

Zuwanderung - Ein Gewinn für unsere Gesellschaft?

Deutschland ist bereits überschuldet

"Die Bundesregierung plant mit ihrem zweiten Entwurf Ausgaben von 325,4 Milliarden Euro und Steuer- und sonstige Einnahmen von 239,6 Milliarden Euro. Die Lücke von 85,8 Milliarden Euro deckt sie durch neue Kredite."
Das ist nicht etwa das Resümee des Bundes der Steuerzahler sondern das Zitat findet man direkt auf der Homepage der Bundesregierung! www.bundesregierung.de

"Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland erreicht bald eine Höhe von 1722000000000 EURO. Jede Sekunde kommen 4.481 EURO dazu (Stand per 22.06.2010)." Quelle


Nehmen wir die 1.722.000.000.000€ und teilen die durch die Gesamteinnahmen 239.600.000.000€ so stellt man fest, dass wenn der Staat sämtliche Einnahmen zur Tilgung seiner Staatsschulden verwenden würde 7,19 Jahre bräuchte um den Schuldenstand gegen NULL zu fahren. 

Das ist das Gleiche als ob ein Familienvater mit 2.400€ monatlich (28.800€ p.a.) seine Schulden von 206.984,97€ in sieben Jahren zurückzahlen wolle. Bis da hin ist der Gute mit seiner Frau und seinen Kindern den Hungertod gestorben. Also zahlt der nur 1,5% an Tilgung. Das sind 3.104,77€. Da der Papa nur 2.400€ verdient, nimmt der einfach 704,77€ neue Schulden auf. Jeder halbwegs intelligente Familienvater dürfte merken, dass das so nicht lange gut gehen kann.

EUROEURO
Verschuldung1,72E+0121,72E+012
Tilgung2,40E+0113,59E+009
Jahre7,19479,13

Weil sein Bruder noch hoffnungsloser verschuldet ist und der Gerichtsvollzieher bereits geklingelt hat, über nimmt er für den auch gleich noch eine Bürgschaft! Bitte liebes Griechenland, Portugal, Spanien, Irland ect.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Deutschland knapp 500 Jahre bräuchte um seine Schulden zurückzuzahlen! - WENN ES DENN KEINE NEUEN SCHULDEN MACHEN WÜRDE!

Tatsache ist allerdings, dass der Bund 85.000.000.000€ neue Schulden aufnimmt um seinen Haushalt auf NULL zu bringen. Und da sind die 704Euro vom Familienvater.

Na hoffentlich geht sein Bruder nicht in die Zahlungsunfähigkeit ;-) und Deutschland haftet für die Bürgschaft aus dem EURO-Rettungsschirm mit 200 Mrd. Euro.
So viel zum Unterschied zwischen hoffnungslos überschuldet und total hoffnungslos überschuldet - oder tot und mausetot!
Alle wissen Es und die Regierung UND Opposition belügen Ihre Wähler und NICHTWähler!

Schocktherapie für die Wall Street: Hypothekengeber könnten schon bald wie die Dominosteine fallen

Ellen Brown

JPMorgan setzt 56.000 Zwangsvollstreckungen aus, GMAC und die Bank of America noch weit mehr. Die Einschläge kommen schnell und heftig. Wie es aussieht, könnten einige Hypothekengeber erneut große Probleme bekommen – und schon bald wieder um mildtätige Unterstützung betteln müssen.

»Vielleicht wirkt es wie eine Schocktherapie. Vielleicht bringt es tatsächlich die Kreditgeber an den Verhandlungstisch und veranlasst sie, Abkommen zu treffen, die allen nützen.«

- Der Wirtschaftswissenschaftler Karl E. Case, zitiert in der New York Times

Am 20. September hat Ally Financial Inc., der Eigentümer von GMAC Mortgage, dem viertgrößten Kreditgeber der USA, in 23 US-Bundesstaaten alle Zwangsräumungen und den Verkauf von wieder in Besitz genommenen Häusern gestoppt. Zuvor hatte ein Sachbearbeiter des Unternehmens zugegeben, Monat für Monat 10.000 Dokumente über Zwangsräumungen abgezeichnet zu haben, ohne sie vorher zu lesen. Betroffen sind die 23 Bundesstaaten, in denen Zwangsvollstreckungen zuvor von einem Gericht genehmigt werden müssen. Unter ihnen befinden sich New York, New Jersey, Connecticut, Florida und Illinois.

Am 24. September haben sich drei Abgeordnete der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, Alan Grayson (Florida), Barney Frank (Massachusetts) und Corrine Brown (Florida) mit einem Schreiben an den Immobilienfinanzierer Fannie Mae gewandt. Sie äußern ihre Zweifel an der Beauftragung der »Zwangsvollstreckungs-Mühlen«, die sie als »Anwaltskanzleien beschrieben, die darauf spezialisiert sind, den Prozess der Zwangsvollstreckung zu beschleunigen, oft genug unter Missachtung von ordentlichem Verfahren, Substanz oder juristischer Korrektheit«. Der Brief war die Reaktion auf die Mitteilung des Büros des Justizministers von Florida vom August, demzufolge das Ministerium gegen drei Anwaltskanzleien ermittelt, die angeblich in Tausenden von Fällen Dokumente frisiert hatten, um die Genehmigung zur Zwangsvollstreckung zu erhalten.

Ebenfalls am 24. September forderte Justizminister Jerry Brown von Kalifornien den Finanzdienstleister GMAC auf, die Zwangsvollstreckungen in seinem Bundesstaat auszusetzen, bis der Kreditgeber den Nachweise erbringe, dass er der gesetzlichen Forderung nachkommt, wonach es Kreditgebern untersagt ist, Schritte zur Zwangsvollstreckung eines Hauses zu ergreifen, ohne zuvor den Versuch zu einer Einigung mit dem Kreditgeber zu unternommen zu haben. Kalifornien zählt zu den sogenannten »non-judicial foreclosure«-Staaten, in denen Zwangsvollstreckungen nicht zuvor von einem Gericht genehmigt werden müssen.

Am 28. September gab JPMorgan Chase bekannt, 56.000 Zwangsvollstreckungen würden einstweilig gestoppt, weil einige ihrer Mitarbeiter die dazu notwendigen Dokumente möglicherweise nicht mit der gebotenen Sorgfalt vorbereitet hätten. Der Aufschub gilt für alle 23 Bundesstaaten, in denen gerichtliche Genehmigungen für Zwangsvollstreckungen erforderlich sind.

Am 29. September berichtete die Washington Post, ein führender Bundes-Bankenaufseher habe sieben der größten Darlehensgeber des Landes aufgefordert, ihre Vorgehensweise bei Zwangsvollstreckungen zu überprüfen, nachdem er zuvor von weit verbreiteter missbräuchlicher Anwendung der Vorschriften bei der Zwangsräumung von Häusern erfahren hatte. Betroffen waren neben JPMorgan Chase auch die Bank of America, Citibank, HSBC, PNC Bank, U.S. Bank und Wells Frago. Die Washington Post merkte dazu an:

»Die Probleme bei den Formalitäten reichen von möglicherweise gefälschten Dokumenten bis hin zu Bankangestellten, die die Unterlagen der Kreditnehmer grundsätzlich nicht studieren, bevor sie eine Räumung abzeichnen … ›Wir gehen zwar nicht davon aus, dass unsere Prüfung ergibt, dass Verbraucher geschädigt wurden, doch falls es sich erweisen sollte, werden wir angemessen eingreifen‹, so Tom Kelly, der Sprecher von JPMorgan.«

Was heißt hier »nicht geschädigt«, wenn Tausende Häuser illegal, ohne ordnungsgemäßes Verfahren weggenommen wurden …?

Am 30. September stellte der Abgeordnete Alan Grayson ein erschütterndes siebenminütiges Video ins Internet. Darin präsentiert er vier reale Beispiele, die der Gerechtigkeit Hohn sprechen. Beispielsweise einen Mann, bei dem zwangsvollstreckt wurde, obwohl gar keine Hypothek auf dem Haus lastete, das er bar bezahlte. Oder ein Haus, bei dem gleich zweimal eine Zwangsvollstreckung beantragt wurde, weil beide Antragsteller behaupteten, einen Eigentumstitel zu besitzen. Ein dritter Fall betraf ein Ehepaar, bei dem zwangsvollstreckt wurde, weil eine bestrittene Gebühr in Höhe von 75 Dollar zu spät entrichtet worden war.

Grayson lastet die massiven Probleme bei Zwangsvollstreckungen hauptsächlich dem elektronischen Registrierungssystem MERS an. »Die Banken haben Hypothekentitel einfach digital in ein privatisiertes System namens Mortgage Electronic Registry System (oder MERS) übertragen. Die Transfers liefen mittels Austausch von Excel-Tabellen zwischen Banken und Trusts, anstatt die Schuldscheine zu girieren, wie gemäß ihren eigenen Verträgen, gemäß geltendem Immobilienrecht des Staates oder gemäß Vorschriften der Steuerbehörde IRS vorgeschrieben.« Er erklärte, 60 Millionen Anwesen seien auf den Namen MERS eingetragen – das sind 60 Prozent aller Hypotheken in den USA und 97 Prozent aller zwischen 2005 und 2008 vereinbarten Darlehen.

Am 1. Oktober gab die Bank of America bekannt, in 23 Bundesstaaten würden die Zwangsvollstreckungen ausgesetzt.

Am selben Tag griff Richard Blumenthal, der Justizminister von Connecticut, zu einem radikalen Mittel und legte sämtliche Zwangsvollstreckungen aller Banken in seinem Staat auf Eis.

Eine Box, aus der sich selbst Houdini* nicht befreien könnte?

Natürlich bereitet das den Banken erhebliche Kopfschmerzen, doch laut New York Times »erklären die Unternehmen, ihre Verfahrensweise zu ändern und alle Verstöße zu ahnden«. Anscheinend denken sie, das Problem wäre aus der Welt, wenn sie ein paar Formalitäten überarbeiteten. Doch wenn die Urteile verschiedener Gerichte Bestand haben, dann ist es nicht damit getan, ein paar zusätzliche Leute einzustellen und einige Unterlagen in Ordnung zu bringen. Bei sämtlichen im Namen von MERS eingetragenen Hypotheken ist nach Ansicht der Gerichte der lückenlose Eigentümernachweis unterbrochen. Humpty Dumpty ist tief gefallen und kann nicht wieder zusammengesetzt werden.**

MERS ist nur eine elektronische Datenbank. Auf der eigenen Website und bei verschiedenen Plädoyers vor Gericht wird versichert, man besäße gar nichts. MERS wurde bewusst so eingerichtet, dass »ein Bankrott unwahrscheinlich« ist. So lautete nämlich die Forderung der Kredit-Rating-Agenturen, damit die Hypotheken, die über ihre Schreibtische gingen, in hochbewertete Wertpapiere verwandelt und an Investoren verkauft werden konnten. MERS verfügt nicht nur über keine Vermögenswerte, es gibt auch keine Angestellten. Die vielen Tausend Menschen, die in ihrem Namen eidesstattliche Erklärungen unterzeichnen, sind lediglich Mittelsmänner. Mit diesem Arrangement gaben sich die Rating-Agenturen zufrieden, nicht aber die Gerichte. Immer mehr Richter urteilen, wenn MERS nichts besäße, sei MERS auch nicht berechtigt, zwangsvollstrecken oder Titel übertragen zu lassen, so dass der Treuhänder für die Investoren zwangsvollstrecken kann. MERS unterbricht den lückenlosen Eigentümernachweis, sodass niemand mehr zur Zwangsvollstreckung berechtigt ist. Die Häuser sind praktisch unbelastet.

Das heißt natürlich nicht, dass die Eigentümer der Häuser nicht jemandem Geld schuldeten. Das tun sie. Aber ein Klagebegehren beruht nicht auf »Recht« (durch vollstreckbaren Vertrag oder entsprechende Regelung), sondern auf »Billigkeit« (ein Rechtsbehelf, der der Fairness halber gewährt wird), und MERS ist nicht der richtige Kläger. Jeder MERS-Fall beinhaltet auch die Verbriefung, das heißt irgendwo sitzen Investoren, die die wahre interessierte Partei darstellen. Bevor der Hauseigentümer zur Zahlung veranlasst werden kann, müssen die Investoren nicht nur nachweisen, dass sie wirklich die Partei sind, der das Geld geschuldet wird, sondern sie müssen auch die exakte Summe angeben, welche ihnen geschuldet wird. In einigen Fällen haben sie vielleicht ihr Geld bereits erhalten, beispielsweise von Versicherern auf dem Weg über Kreditausfallversicherungen (sogenannte Credit Default Swaps, CDS), die vom Investment-Pool abgeschlossen worden waren. Die Investoren sind nur berechtigt, sich den Betrag, der ihnen geschuldet wird, wiederzuholen, nicht den vollen Betrag des ursprünglich unterzeichneten Zahlungsversprechens, denn bei dieser Vereinbarung waren sie ja nicht Partei – und ein lückenloser Eigentümernachweis lässt sich nicht erbringen.

Was geschieht in den US-Bundesstaaten, in denen Zwangsvollstreckungen nicht vom Gericht genehmigt werden müssen?

Zwangsvollstreckungen sind also von JPMorgan, der GMAC und der Bank of America in 23 US-Bundesstaaten ausgesetzt worden, aber was geschieht in den restlichen Staaten? Diese sind sogenannte »non-judicial states«, das heißt dort darf unter Bezug auf eine Verkaufsklausel im Hypothekenvertrag ohne gerichtliche Genehmigung zwangsvollstreckt werden. Dort geht man davon aus, dass ein Kreditgeber zwangsvollstrecken darf, sofern er seine Klageberechtigung nicht vor einem Richter nachweisen muss. Die Gesetze der »non-judicial«-Bundesstaaten erlauben den Verkauf eines Anwesens, um eine Forderung zu befriedigen, solange der Treuhänder die Bestimmungen bezüglich einer Verzugsrüge einhält. Das verstößt anscheinend gegen den in der Verfassung festgelegten Grundsatz eines ordnungsgemäßen Verfahrens. Doch laut Verfassung der Vereinigten Staaten gilt der Schutz eines ordnungsgemäßen Verfahrens nur in den Fällen, in denen der Staat an der Wegnahme des Besitzes beteiligt ist. Wenn hingegen zwischen zwei privaten Parteien (Hausbesitzer und Kreditgeber) ein Übertragungsvertrag oder eine Schuldverschreibung erfolgt ist, dann greift der Schutz des ordnungsgemäßen Verfahrens nicht automatisch. Der Hausbesitzer hat schriftlich eingewilligt, der Fall ist abgeschlossen.

Aber die Sache hat einen Haken: Was ist, wenn der Kreditgeber, der ursprünglich die Dokumente unterzeichnet hat, gar nicht die Partei ist, die das Anwesen zwangsvollstrecken will? Dann ist die Frage, ob diese Partei dazu überhaupt berechtigt ist. Damit wird das Ganze zu einer rechtlichen Frage – für die Gerichte eine Frage des Tatsachenbeweises. Wenn die zwangsvollstreckende Partei einen lückenlosen Eigentümernachweis erbringen kann – eine Übertragung oder Weiterübertragung vom ursprünglichen Kreditgeber an sie selbst –, dann ist der Weg frei. Doch die Gerichte urteilen immer häufiger, mit MERS sei dieser lückenlose Eigentümernachweis unterbrochen. Nach Ansicht von Neil Garfield, einem Experten für Zwangsvollstreckungen, müssten Investoren selbst in den Staaten, in denen eine gerichtliche Genehmigung für eine Zwangsvollstreckung nicht erforderlich ist, verpflichtet sein, ihren Antrag vor Gericht zu belegen. Und in dem Fall fahren sie mit MERS an die Wand. Garfield kommt zu dem Schluss:

»Man wird sich an den Kopf fassen, wenn Titelinhabern, Rechtsanwälten, Richtern, Verwaltungsbehörden und Urkundsbeamten plötzlich bewusst wird, dass das Monster, das die Wall Street geschaffen hat, bis in die Grundbücher von Kreisen im ganzen Land wirkt. Ich glaube, dass nicht mehr als sechs oder sieben Prozent aller Zwangsvollstreckungen in den letzten zehn Jahren dazu geführt haben, dass nun irgendjemand einen eindeutigen Titel in der Hand hält. Nur der ursprüngliche Inhaber kann Abhilfe schaffen. Dieser Hausbesitzer befindet sich, ohne es zu wissen, in einer für ihn selbst äußerst günstigen Position. Millionen Menschen, die GLAUBEN, sie hätten ihr Haus verloren, besitzen es in Wirklichkeit noch immer. Wenn nun jemand eine Unterschrift von ihnen braucht, um seinen klaren Rechtsanspruch zu belegen, dann wird er teuer dafür bezahlen müssen, und das ist auch richtig so. Endlich wird das Portemonnaie wieder an den zurückgegeben, dem es ursprünglich geklaut wurde.«

Subventionieren oder verstaatlichen?

Was geschieht nun mit JPMorgan, GMAC, der Bank of America und den anderen großen Kreditgebern? Investoren haben massive Forderungen an diese Banken, Hauseigentümer ebenfalls. Eine große Rechtstitelversicherung hat bereits erklärt, sie werde bis auf Weiteres keine Titel für Anwesen versichern, die von GMAC zwangsvollstreckt werden. Moody’s überprüft bereits die sogenannten Servicer-Ratings für GMAC und JPMorgan Chase auf eine mögliche Herabstufung. Das Finanzministerium hat die Aufsichtsbehörden zu Ermittlungen aufgefordert.

Der Investmentberater Christopher Whalen erwartet, dass wir schon bald weitere Bankrotte an der Wall Street erleben könnten. Wenn es tatsächlich so kommt, dann tappen wir hoffentlich nicht in die Falle und übernehmen die Verluste, während die Banken ihre Gewinne behalten dürfen. Wenn »wir, das Volk« die Zeche bezahlen sollen, dann sollten wir darauf bestehen, dass wir dann die Banken auch übernehmen.

_________

* Harry Houdini war Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA als Entfesselungskünstler bekannt.

** Der Satz bezieht sich auf einen bekannten englischen Kinderreim:

Humpty Dumpty sat on a wall,

Humpty Dumpty made a big fall,

All the King’s horses,

And all the King’s men

Couldn’t put Humpty together again.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Stuttgart 21: Wasserstrahl nahm Demonstrant das Augenlicht

Dietrich Wagner ist ein Opfer der eskalierten Stuttgart-21-Demonstration. Ein Wasserstrahl zerriss seine Augenlider und nahm ihm seine Sehkraft.

Stuttgart 21 - Proteste
Foto: dpa Dietrich Wagner wollte Jugendlichen helfen, dann traf ihn ein Wasserstrahl der Polizei

Sein Foto ging durch die Medien: Dietrich Wagner, der Demonstrant aus dem Stuttgarter Schlossgarten mit den blutigen Augenverletzungen, der von zwei Helfern gestützt werden musste.

Im "stern" schildert der 66-Jährige, wie er versuchte, Jugendlichen zu helfen, die vom Strahl des Wasserwerfers weggefegt worden waren. Deshalb habe er die Arme hochgerissen und den Polizisten gewunken, um ihnen zu signalisieren, sie sollten aufhören.

Dann traf ihn selbst der Wasserstrahl direkt ins Gesicht – so massiv, dass der Rentner ohnmächtig wurde. „Es fühlte sich an wie der Schlag von einem Riesenboxer“, so Wagner.

Egon Georg Weidle, Chefarzt am Stuttgarter Katharinenhospital, diagnostizierte bei Wagner „schwerste Augenverletzungen“. Am schlimmsten seien die „beidseitig schweren Prellungsverletzungen“. Die Lider seien zerrissen, der Augenboden eines Auges gebrochen, die Netzhaut vermutlich eingerissen. Die Linsen sind zerstört, sie müssen durch Kunstlinsen ersetzt werden:

Dietrich Wagner „ist im Moment erblindet“, so der Arzt. Er wisse nicht, wie gut sein Patient in Zukunft je wieder sehen wird.

Der Ingeneur im Ruhestand hat inzwischen Strafanzeige gegen den Innenminister wegen Körperverletzung gestellt. Er verstehe nicht, „wie man gegen die Stuttgarter Bevölkerung ein solches Inferno anrichten kann“, so der schwer verletzte Rentner.

Tag X in der Landeshauptstadt
Stuttgart 21
Foto: dapd/DAPD Der gefürchtete Tag X: Die Gegner von Stuttgart 21 treffen am 30. September auf die Polizei. Am Ende gibt es viele Verletzte. Dann fallen die ersten Bäume.